Chronik - "100 Jahre Schützenverein Laatzen"

1980 gab der Vorsitzende Heinz Zieseniß aus beruflichen Gründen sein Amt ab und wurde auf eigenen Wunsch zum 2. stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die Versammlung wählte den langjährigen Schützenhauptmann Gustav Blenk zum 1. Vorsitzenden.

Im März 1981 wurden die "Vereins-Nachrichten" ins Leben gerufen, die auch heute noch, nach 23 Jahren, die Vereinsmitglieder mit allen aktuellen Informationen versorgen. In mühevoller Kleinarbeit hatte es der Vorsitzende Gustav Blenk geschafft, einen lang gehegten Wunsch des Schützenhauptmanns Hans Wagner zu verwirklichen. Der damalige Ehrenvorsitzende Franz Baur, der 1982 verstarb, würdigte die Idee, neue Impulse für das Vereinsleben zu schaffen. An dieser Stelle sind besonders Uta und Hans Wagner zu erwähnen, die in den letzten 23 Jahren viel Arbeit und Engagement in die Erstellung der Vereinsnachrichten investierten.

Ein schwerer Schlag traf den Schützenverein Laatzen von 1904 e.V. mit dem plötzlichen Tod ihres Vorsitzenden Gustav Blenk am 18.7.1983. In seinen über zwanzig Jahren Vorstandsarbeit hat er Maßstäbe gesetzt, die eine erhebliche Wirkung in der Selbstdarstellung des Vereins nach außen beinhalteten. Der "Wirbelwind Bubi" wird wohl jeder Schützin und jedem Schützen, die ihn erlebt haben, unvergessen bleiben. Man musste erleben, wie "Bubi" am Lüttje-Lagen-Tresen beim Schützenfest "ein dreimaliges Kopfnicken in der Hocke" anordnete. Er ließ sich immer etwas einfallen! Der erste stellvertretende Vorsitzende August-Wilhelm Huhs leitete die Geschäfte des Vereins bis zur Generalversammlung 1984, in der der zweite stellvertretende Vorsitzende Heinz Zieseniß erneut zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde.

Beim Schützenfest 1984 fand eine Fahnenweihe für die älteste im Verein befindliche Schützenfahne, die 111 Jahre wurde, statt. Außerdem wurde der Schützenverein 80 Jahre und der Spielmannszug konnte sein 30 jähriges Jubiläum begehen.

Ebenfalls 1984 übernahm unsere Schützenschwester Bärbel Hesse die Bewirtschaftung des Schützenhauses. Unser Wirtsehepaar kann 2004 somit auch ein Jubiläum begehen.

In der Generalversammlung 1986 trat Heinz Zieseniß von seinem Amt als Vorsitzender zurück. Aufgrund seiner 35-jährigen Vorstandarbeit - 1952 kam er als Protokollführer in den Vorstand, bevor er 1965 zum 2. Vorsitzenden gewählt wurde und seitdem mehrere Male den Vorsitz im Verein übernahm - wurde er zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Als neuer Vorsitzender führte von nun an Reinhard Dyck den Schützenverein. Am Buß- und Bettag, dem 18.11.1987, verzichtete die Sportgruppe auf ihren bis dahin traditionellen Preisskat, so dass an diesem Tage erstmalig ein Vogelschießen für alle Vereinsmitglieder stattfinden konnte.

Erwähnenswert sind sicherlich viele Schützenschwestern und Schützenbrüder wegen ihrer besonderen Einsatzbereitschaft für den Verein, aber es würde den Rahmen dieser Festschrift sprengen. Jedoch soll ein Schützenbruder nicht unerwähnt bleiben. Es ist Otto Güthuis, der über 25 Jahre unsere Königs- und Ehrenscheiben (sicherlich an die 200 Scheiben) beispielhaft malte. Er verstarb im Jahre 1990. Viele Scheiben in Laatzen erinnern die Mitglieder des Vereins an sein Wirken.

Im Mai 1989 mussten wir wiederum einen neuen Festplatz beziehen, da unser bisheriger an der Kronsbergstr. der Messe AG gehörte und von ihr genutzt werden sollte.Wir weihten den neuen Festplatz, den die Stadt Laatzen an der Hauptstr., der jetzigen Erich-Panitz-Str., zur Verfügung stellte, anlässlich des Volks- und Schützenfestes 1989 zusammen mit der Stadt Laatzen und ihren Partnerstädten sowie der Freiwilligen Feuerwehr Laatzen, die ihr 90-jähriges Jubiläum feierte, ein. Die Einweihung wurde durch einen "Großen Zapfenstreich" im Park am alten Rathaus feierlich eingeleitet.

1995 legte Reinhard Dyck sein Amt als Vorsitzender des Schützenvereins nieder. Die Schützinnen und Schützen wählten in der Generalversammlung einstimmig Hans-Joachim Kobbe zum Vorsitzenden. Seitdem führt er den Schützenverein Laatzen erfolgreich, auch im Jubiläumsjahr 2004.

Seit Mitte Februar 1996 ist die Gilde Brauerei neuer Partner der Schützen, nachdem das Brauhaus Wülfel aufgelöst wurde. Die Brauerei ermöglichte es, dass der Tresen in unserer Vereinsgaststätte erneuert wurde. Dieser Um- und Einbau wurde durch mehrere Sponsoren aus den Reihen der Schützinnen und Schützen unterstützt.Beim Schützenfest 1999 wurde erstmals das Königsfrühstück vom Schützenhaus in das Festzelt verlegt, um mehr Vereinsmitgliedern und Gästen die Teilnahme zu ermöglichen.

Bild links: Ingeborg Koch wurde Deutsche Meisterin beim Ältesten Schießen in Dortmund 1999 und die Mannschft mit Rolf Achstetter, Walter Tidow und Hans Wagner erreichte den 6. Platz.

Die Darstellung des Vereins beim Volks- und Schützenfest im Jahre 2000 konnte mit einem neuen Festwirt - Claus Bähre - ansprechender gestaltet werden. Der Verein suchte neue Wege der Darstellung auch übers Internet. Seit 2000 sind wir online mit einer eigenen Homepage.

Am 1. August 2000 verstarb unser Ehrenvorsitzender Heinz Zieseniß. Er war Mitbegründer bei der Wiederbegründung des Schützenvereins nach den 2.Weltkrieg 1950. 1952 rief er die Sportgruppe ins Leben. Die Sportgruppe hat großen Anteil daran, dass im Verein im Laufe der Jahre mehr und mehr die Pflege des Schießsports eine dominierende Rolle spielt. Auch beim weiteren Ausbau des Schützenhauses war die Sportgruppe maßgeblich beteiligt. So gestaltete sie im Jahre 1974 einen großen Umbau des Schützenhauses. 1986 bis Ende 1987 konnten in Eigenarbeit das Dach repariert und die Toiletten erweitert werden. Auch der Umbau des Schießstandes im Jahre 1993 fand unter Leitung von Heinz Krüwel statt. Bei der Einweihung am 17.9.1993 konnten zwar nicht alle fleißigen Helfer geehrt werden, jedoch wurden stellvertretend einige Schützenbrüder ausgezeichnet. Olaf Roehr erhielt den "Goldenen Hammer", Fred Hesse den "Goldenen Pinsel", Erwin Roehr den "Goldenen Schraubenzieher". Ihm wurde außerdem im Jahre 2002 für seine außerordentlichen Verdienste für den Verein die goldene Ehrennadel überreicht wurde, eine besondere Ehrung, die nur wenigen im Verein bisher zuteil wurde. Reinhard Dyck erhielt für seinen Einsatz den "Goldenen Kuhfuß".

Auch 2001 fanden große Umbauten unter Leitung von Heinz Krüwel statt. An der Stelle seien stellvertretend für alle Helfer Andreas Folta, Axel Ribinski, Rolf-Georg Schütz, Hans-Joachim Kobbe und Wilhelm Prüsse erwähnt. Von der Damengruppe sind Bärbel Hesse und Ines Blenk hervorzuheben.

Mit ihren Fêten hat die Sportgruppe innerhalb des Vereins Maßstäbe gesetzt. Nach außen hin hat sie durch schießsportliche Erfolge dem Verein großes Ansehen verschafft. 1973 stellte sie erstmals den Sieger beim Schießen um das "Grüne Band" des Kreises Süd des VHS. Dieser Erfolg konnte in den späteren Jahren mehrfach wiederholt werden.

Es gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse, sowie Kreis- und Landesklasse. Aus den Reihen der Sportgruppe gingen mehrere Kreismeister hervor. Mehrfach konnte sie den König des "Kleinen Freien" stellen.

Auch im Wettkampf mit anderen Schützenvereinen der Stadt Laatzen belegte sie immer wieder erste Plätze oder wurde sogar Stadtmeister. Zuletzt konnten sich die Schützen im Jahre 2002 erneut sehr erfolgreich darstellen. Der Schützenverein Laatzen stellte den König des "Kleinen Freien", den Jugendkönig des "Kleinen Freien" sowie den Stadtkönig und wurde auch Stadtmeister. Die Sportgruppe beging im Jahre 2002 ihr 50-jähriges Bestehen.

Bild rechts: Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg vereidigt Dennis Pieper zum Bruchmeister im Jahre 2003

Im August 1987 konnte die restaurierte Königskette fertig gestellt werden. Wir danken dem Schützenbruder und Goldschmiedemeister Bernhard Ballin für die gelungene Arbeit und Friedrich Strate für die Beteiligung an den Materialkosten.

Nachdem die Jugendarbeit eine Zeitlang brachgelegen hatte, entstand Anfang der siebziger Jahre auch wieder einen Jugendspielmannszug, der inzwischen in den Stammzug überging. Dem Spielmannszug ist wegen seines diesjährigen Jubiläums ein eigener Artikel in dieser Festschrift gewidmet. Mit dem Jugendspielmannszug lebte auch die Jungschützenmannschaft wieder auf. Diese konnte im Laufe der Jahre immer wieder schießsportliche Erfolge vorweisen, beispielsweise beim Vergleichsschießen des VHS-Kreis Süd. Bereits 1983 war sie auf 43 Mitglieder angewachsen. Sie errang wiederholt das "Grüne Band" der Landeshauptstadt Hannover, behauptete sich bei den Kreismeisterschaften und errang 1998 den Kreismeister der Junioren. Die Jungschützenmannschaft konnte sich auch für die Landesmeisterschaften qualifizieren. Außerdem stellte sie wiederholt den Jugendkönig im "Kleinen Freien" sowie den Stadtjugendkönig. 1999 qualifizierten sich zwei Jungschützen für die Landesmeisterschaft.