Chronik - "75 Jahre"

Anlässlich der 700-Jahr-Feier der Gemeinde Laatzen wurde im September 1959 erstmals eine Volksscheibe ausgeschossen. Das Volksscheiben-Schießen stärkte die Verbundenheit der Bürger mit dem Schützenverein und das allgemeine Interesse an der Feier des Schützenfestes. Die Zusammenarbeit mit den anderen Laatzener Vereinen wurde intensiviert. Deren Teilnahme am Laatzener Schützenausmarsch ist seit 1960 Tradition. Seit 1961 reihte sich auch der damalige Gemeinderat, und in heutiger Zeit auch der jetzige Ortsrat und Stadtrat ein. Das Schützenfest ist - nicht zuletzt dank des Einsatzes des damaligen, inzwischen verstorbenen Stadtdirektors und Schützenbruders Erich Panitz- eine gemeinsame Feier der Bürger, der Institutionen und Vereine und der Vertreter von Politik und Verwaltung geworden - also aller Teile, die in ihrem Zusammenwirken unser Gemeinwesen ausmachen. Zu Recht heißt dieses Fest seither Volks- und Schützenfest.

1960 trat der erste Vorsitzende Gustav Heise aus Gesundheitsgründen zurück. Zu seinem Nachfolger wurde in der Generalversammlung 1961 Franz Baur sen. gewählt. In dieser Zeit hatte der Verein mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Der alte Schützenfestplatz an der Hildesheimer Straße, gegenüber dem "Laatzener Turm", sollte bebaut werden. Auch stand der bisherige Schießstand nicht mehr zur Verfügung. Man musste dauernd umziehen und an verschiedenen Örtlichkeiten immer wieder einen neuen Schießstand einrichten. So wurde der Wunsch nach einem eigenen Scheibenstand immer größer. 1964 stellte die Gemeinde den Schützenfestplatz an der Kronsbergstraße zur Verfügung. Die Fraktionen des Gemeinderates stimmten 1965 dem Antrag zu, dass "eine alte Werkstatt in der Talstraße (heute Steinbrink) als Schießstand" genutzt werden könne. Beim Königsschießen in diesem Jahr wurde eine Flasche Bier versteigert. Der Erlös war für den Grundstein zum Aus- und Umbau des Schützenhauses bestimmt. Unser damaliger Schützenhauptmann Gustav Blenk ersteigerte die Flasche für 55,-DM. Bereits im Mai begann der Ausbau des Schützenhauses mit den Schießständen - fast ausschließlich in Selbsthilfe -, für die viele Schützenbrüder - insbesondere die Sportschützen - ihre Freizeit opferten. Das Einweihungsschießen konnte bereits am 28.11.1965 stattfinden. Am Tag zuvor war der Stand von den am Bau beteiligten Schützenbrüdern zusammen mit Vertretern der Gemeinde eingeweiht worden. Im damaligen Gemeindeblatt vom 10.12.1965 war zu lesen:

Am letztem Wochenende konnte der Schützenverein Laatzen seinen neuen Scheibenstand in einer kleinen Feierstunde seiner Bestimmung übergeben. Der 1.Vorsitzende, Franz Baur, dankte Bürgermeister und Gemeindedirektor, die sich als Ehrengäste zur Einweihungsfeier eingefunden hatten, für die tatkräftige Unterstützung, die die Gemeinde dem Schützenverein angedeihen ließ, sich diese neue Schießsportanlage zu schaffen. Die Gemeinde stellte das Grundstück zur Verfügung - Bürgermeister Heuer lobte die Eigeninitiative der Schützen und versprach auch weiterhin das Wohlwollen der Gemeinde. Nach einem kleinen Umtrunk eröffneten die Ehrengäste mit einem Wettschießen die neue Anlage.


Bild oben: Schützenausmarsch 1981 - Hildesheimer Straße

Am 10.4.1968 wurde der letzte Mitbegründer des Vereins, der Schützenbruder Willi Ruhl, im Alter von 89 Jahren zu Grabe getragen. 64 Jahre hatte er dem Schützenverein angehört.

Im Jahre 1968 wurde die Gemeinde Laatzen zur Stadt. Anlässlich des Festaktes wurde eine Ausstellung "Laatzen gestern und heute" eröffnet. Der Schützenverein beteiligte sich daran mit der alten Fahne von 1873 und einigen Waffen, Instrumenten und Schießauszeichnungen.
In der Generalversammlung 1969 wurde Alfred Stettner zum 1.Vorsitzenden gewählt, als Nachfolger von Franz Baur sen., der seit 1950 ununterbrochen in der Vorstandsarbeit tätig gewesen war und nun aus Gesundheitsgründen zurücktrat.

Durch die Gebietsreform 1974 kamen - nachdem sich schon früher Laatzen und Grasdorf freiwillig zusammengeschlossen hatten - die Ortschaften Rethen, Gleidingen, Ingeln und Oesselse zur Stadt Laatzen. Seitdem bilden die Laatzener Schützenvereine beim Hannoverschen Ausmarsch einen eigenen Marschblock. Sie alle sind auch gegenseitig zu Gast bei den einzelnen Schützenfesten in den Laatzener Ortschaften.

1975 verstarb der 1. Vorsitzende, Alfred Stettner. Von der Generalversammlung 1976 wurde der langjährige 2. Vorsitzende, Heinz Zieseniß, zu seinem Nachfolger gewählt.

1975 wurde dem Verein von unserem Schützenbruder August Schaper (dem Sohn des Gründers), der viele Jahre dem Vorstand angehört hatte eine neue Fahne gestiftet. Die alte Fahne aus dem Jahr 1892 war den "Strapazen" der zahlreichen Ausmärsche nicht mehr gewachsen.

1979 konnte der Schützenverein Laatzen von 1904 e.V. sein 75-jähriges Jubiläum feiern. Das Jubiläumsjahr war gekrönt durch einen erneuten Erfolg der Sportschützen. Die Mannschaft Winfried Maischak, Fred Hesse, Peter Fruth und Bernd Witte errang den 1. Platz beim Schießen um das "Grüne Band".